Lodernde Schwingen

Leigh Bardugo

„Vergiss deine Gier, Alina. Tu, was weder Morozova noch mein Sohn vermocht haben – lass davon ab.“
Meine Wangen waren nass von Tränen. Ich trauerte um sie. Ich trauerte um ihren Sohn. Trotzdem stand meine Antwort fest. „Das kann ich nicht.“
Was ist unendlich?„, deklamierte sie.
Diesen Text kannte ich gut. „Das Universum und die Gier des Menschen„, ergänzte ich.
„Du wirst das Opfer, das Merzost von dir verlangt, vielleicht nicht überleben. Du hast schon einmal von dieser Macht gekostet, und sie hätte dich fast umgebracht.“
„Ich muss es versuchen.“
Baghra schüttelte den Kopf. „Dummes Gör“, sagte sie, doch ihre Stimme war so traurig, als würde sie ein anderes Mädchen schelten, getrieben von Schmerz und Furcht.
„Kleine Heilige“, flüsterte sie. „Kleine Märtyrerin. Das werden wir wohl bald erfahren.“
– Alina Starkov & Baghra, Mutter des Dunklen –

Klappentext: Tief unter der Erde versteckt sich Alina vor dem Dunklen, der nun endgültig die Macht in Ravka übernommen hat. Um sie hat sich ein Kult gebildet, der sie als Sonnenkriegerin verehrt – doch in den Höhlen kann Alina ihre Kräfte nicht nutzen. Und die einst mächtige Armee der Grisha ist fast vollständig zerschlagen.
Alinas letzte Hoffnung gilt nun den magischen Kräften des legendären Feuervogels – und der winzigen Chance, dass ein geächteter Prinz noch leben könnte. Gemeinsam mit Mal macht sich Alina auf die Suche. Doch der Preis für die uralte Magie könnte alles zerstören, wofür sie so lange gekämpft haben.

Meine Bewertung:
Anmerkung: ich beziehe mich lediglich auf die deutsche Ausgabe

„Lodernde Schwingen“ ist der finale Teil der Grisha-Trilogie, zu Ende gebracht auf 419 Seiten. Wie im Vorgänger-Buch folgt auf die Danksagung ein Glossar, welches um Personen und Schauplätze erweitert wurde, die vor allem in „Lodernde Schwingen“ vorkommen. Es ist eine gute Ergänzung um den Überblick zwischen den Bedeutungen von Worten, Personen und Orten nicht zu verlieren, da es von jenen reichlich gibt.
Innerhalb des Buches neigt sich der Plot, welcher im zweiten Buch vielseitig und spannend war, seinem Ende zu. Leider verliert sich etwas die Spannung, denn so langsam ist die Handlung mit dem Dunklen leider sehr langwierig und es gibt nur wenige gute Passagen, die mich fesselten.

Der Titel „Lodernde Schwingen“ ist wieder einmal komplett gegensätzlich zum originalen Titel „Ruin and Rising“, passt jedoch ganz gut. Es wird auf den dritten Kräftemehrer verwiesen, dessen Suche den größten Teil der Handlung einnimmt. Leider verweist der Titel aber auch nur darauf und lässt nichts von den anderen ergänzenden Teilplots erahnen, die den letzten Teil bestimmen.

Das Cover ist schön gestaltet und hebt sich von der Farbgebung der anderen Teile deutlich ab. Das Gold findet sich nur noch in der Schrift, während der Feuervogel in lebendigen Orange- und Rottönen leuchtet. Er hebt sich prägnant vom dunklen Hintergrund ab und lässt vermuten, dass es nun zu einem krönenden Abschluss kommt (._.).
Von allen drei Covern finde ich das von „Lodernde Schwingen“ am schönsten.

Der Plot ist nun geradlinig auf die Suche des dritten Kräftemehrers in Form eines Feuervogels ausgelegt. Ergänzt wird jener durch die Erschaffung des Glaubensorden der Sonnenkriegerin, welcher sogar gegen Alina arbeitet und dadurch zu Beginn des Buches erneute Spannung schafft. Leider konnte das Buch in Punkto Spannung jedoch nicht mit dem Vorgänger mithalten, noch konstant bleiben. Es gibt nur wenige aufregende Situationen. Das Training im Gebirge in einer fortschrittlichen Einrichtung des Zarenprinzen Nikolai, sowie dessen Wandlung stellen einen weiteren spannenden Punkt dar. Und der überraschende Tod einer Person, die einen von Buch eins begleitet hat.
Doch der eigentliche Höhepunkt des Plots, welcher auch den Höhepunkt in Alinas und Mals Beziehung darstellt, hat mich nicht gepackt. Es war vorauszusehen, dass Mal eine wichtigere Rolle spielt, als nur der beste Freund oder Geliebte Alinas. Zudem Bardugo die Situation leider entschärft, indem die Tragödie eines Todes gemildert wird, indem die Person doch überraschenderweise überlebt. Es wird ein Happy End erzielt, welches ich aufgrund der Situation als unpassend erfinde und mich pesönlich wirklich enttäuscht hat.

Die Charaktere entwickeln sich nicht weiter. Die Romanze zwischen Mal und Alina wird vertieft und mündet in eine „überraschende Wendung“, die allerdings bereits offensichtlich war. Nebencharaktere die eingeführt werden, erhalten keine wirkliche Tiefe (tut mir leid, Harshaw). Alles was im zweiten Teil erreicht wurde, wird also irgendwie revidiert. Der ganze Aufbau von Alinas Charakter wird umgestoßen und von der großartigen Sonnenkriegerin bleibt nichts übrig, als das Mädchen, welches sie vor der Entdeckung ihrer Kräfte gewesen war.
Allerdings passiert etwas Interessantes mit Nikolai, dessen Fortsetzung sich in „King of Scars“ abspielt. Der wohl einzige aufregende Cliffhanger, leider..

Fazit
Während ich die ersten beiden Bücher wirklich genossen habe, war das beim dritten Buch nicht der Fall. Ich habe es lange vor mich her geschoben und vermieden, da ich nichts Schlechtes von der Trilogie denken wollte. Doch weder der Plot, noch die Charaktere konnten mich dieses Mal überzeugen. Zudem das Ende, welches Alina und Mal erfahren, nun wirklich unpassend war. Da hätte man lieber den Tod in Kauf genommen.

Und, was hältst du von der Triologie? Wie hat dir der dritte Teil gefallen? Lass‘ es mich gerne wissen!

Deine Isabel

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