Eisige Wellen

Leigh Bardugo

Sie durften meine Furcht nicht wittern.
„Ihr glaubt, der Dunkle wäre mächtig?“, fragte ich, selbst erstaunt über den eisklaren Klang meiner Stimme. „Ihr habt keine Ahnung, wozu er imstande ist. Ich ganz allein habe mich ihm entgegengestellt und überlebt und kann euch davon berichten.“
Ich klang in meinen Ohren wie eine Fremde, spürte jedoch den Nachhall der Macht in meinem Inneren und fuhr einfach fort. Langsam drehte ich mich um, ließ meinen Blick über die wie erstarrt wirkenden Grisha wandern.
„Mir ist es gleich, ob ihr mich für eine Heilige, eine Närrin oder für die Hure des Dunklen haltet. Ich bin eine Soldatin. Ich bin die Sonnenkriegerin. Und ich bin eure einzige Chance.“
– Alina Starkov, Sonnenkriegerin –

Klappentext: Nach ihrem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen, den ältesten und mächtigsten der Grisha, mussten Alina und Mal aus Ravka fliehen. Doch selbst jenseits der Wahren See sind sie nicht sicher: Der Dunkle hat überlebt und ist entschlossener denn je, sich Alinas besondere Kräfte zunutze zu machen. Denn nur mithilfe ihrer Magie kann es ihm gelingen, den Thron von Ravka an sich zu reißen.
In die Enge getrieben, bittet Alina schließlich den berüchtigten Freibeuter Sturmhond um Hilfe und macht sich auf, die Armee der Grisha anzuführen.

Meine Bewertung:
Anmerkung: ich beziehe mich lediglich auf die deutsche Ausgabe.

„Eisige Wellen“ ist der zweite Teil der Trilogie und im Gegensatz zum Vorgängerbuch nimmt der Plot auf ganzen 437 Seiten seinen Lauf. Ebenso gibt es nach der Danksagung ein Grishaverse-Glossar, welches in „Goldene Flammen“ noch nicht vorhanden war. In diesem Glossar sind neben wichtigen Personen und Begriffen auch die Grisha-Orden und Schauplätze der Handlung vermerkt. Das ist natürlich sehr praktisch, denn in „Eisige Wellen“ ist der Plot nun vielseitiger und die Interaktion zwischen vielerlei Charakteren wird stärker. Neben wiederauftretenden Charakteren, die Alina bereits im ersten Teil kennen lernte, kommen einige neue hinzu, welche für den weiteren Verlauf der Handlung unabdingbar sind (Sturmhond.. ich schaue dich an!). Es ist also nicht so, dass das erste Buch als Einstiegsbuch in das Grishaverse diente – nein, auch im zweiten Buch bleibt es spannend und vielseitig.

Der Titel „Eisige Wellen“ ist wieder komplett verschieden vom englischen Titel „Siege and Storm“, welcher eindeutig besser zur Handlung im Buch passt. „Eisige Wellen“ lässt lediglich auf das erste Drittel des Buches schließen. Doch neben der Verfolgung des zweiten Kräftemehrers, passiert in dem Buch durchaus mehr, was im Titel kaum angedeutet wird. Gut, durch Wellen lässt sich auf Seefahrt und viel Wasser schließen, was im zweiten Teil ebenso wichtig ist, aber doch wie im Teil zuvor ist auch hier der Titel weniger passend.

Das Cover ist erneut wirklich schön. Auch hier wurde es wieder aus dem englischem Original übernommen und nicht weiter verändert. Leider lässt sich dadurch auch wieder nur auf einen Teil der Handlung schließen, nämlich auf das Suchen des zweiten Kräftemehrers in Form eines Seedrachen. Die Farbgebung lässt auf eine unruhige See schließen und darauf, dass die Handlung sich vorzugsweise auf der Hohen See abspielt. Das eingesprenkelte Gold ist wieder auf Alina zurückzuführen, deren Aufgabe es ist, den Meeresdrachen … nun, ich möchte dich nicht spoilern. Also solltest du das Buch unbedingt lesen!

Der Plot nimmt nun richtig Fahrt (haha, Schiffsfahrt, verstanden?) auf. Von der Trilogie ist das wohl der aufregendste Teil, aufgrund den vielen Schauplätzen, an denen spannende Dinge passieren. Bereits zu Beginn befinden sich Alina und Mal auf einem Schiff auf der Flucht, gefolgt von der unverhofften Begegnung mit Sturmhond, der weiteren Fahrt durch die Schattenflur und erneuten Begegnungen mit dem Dunklen, die Probleme der Zarenfamilie, Alinas Aufstieg zur Sonnenkriegerin… Das ist nur ein Bruchteil davon, was Spannendes passiert. Es gibt viele aufregende Konflikte, die sich im Laufe der Handlung entladen. Zudem geht es um die Spannungen zwischen Mal und Alina, zwischen denen sich irgendwie eine Romanze anbahnt. Doch durch ihre Schicksal und ihre Veränderung zur Sonnenkriegern, entfernt sich Mal von ihr, während sie ihn immer mehr begehrt…

Die Charaktere werden immer besser! Alinas Charakter verändert und festigt sich in eine Richtung, die nicht nur Mal nicht behagt, sondern auch ihr selbst. Aber das reflektiert sie auch ständig in der Handlung, wodurch es möglich ist, sich richtig reinzufühlen. Die Konflikte zwischen den Charakteren werden stärker und der Leserschaft wird Sturmhond vorgestellt, der mit seiner Art Prinz Charming-Charakter, gemischt mit fuchsigen Intelligenz, alle um seinen Finger wickelt. Ein Glück nimmt er im Laufe des Buches eine noch wichtige Rolle ein, sodass man mehr über ihn erfährt – denn das will man auch. Aber der Twist, den Bardugo da beschert, damit hätte man nicht unbedingt gerechnet! Es wurde gut darauf hin geleitet, aber die Überraschung war dennoch groß.
Neben Sturmhond werden auch Mitglieder seiner Besatzung vorgestellt, die sich Alina verschreiben und fortan mit ihr reisen, wie die Zwillinge Tolya und Tamar. Es wird eine bunte Mischung aus Charakteren geboten, die fortan die Handlung begleiten.

Fazit
Ein tolles Buch. Es wurde innerhalb weniger Tage verschlungen, da mich die wechselnden spannenden Handlungen wirklich gepackt haben. Zudem steht noch immer Alina im Vordergrund und die Haupthandlung wird sinnvoll und interessant ergänzt, aber nicht durch Nebenhandlungen unterbrochen. Es wird eindeutig ein roter Faden verfolgt und langsam wird der Leserschaft klar gemacht, dass Alina bald ihr Ziel erreichen wird. Oder doch nicht?

Na, hast du das Buch schon gelesen? Was hälst du von Sturmhond? Lass‘ es mich gerne wieder in den Kommentaren, per Instagram oder durch das Kontaktformular wissen! Ich freue mich über jeden, der mir schreibt :3

Deine Isabel

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